Die Aluminiumfassade des ETH-Gebäudes HIL auf dem Hönggerberg steht seit fast fünfzig Jahren für den technologischen Fortschritt ihrer Zeit: präzise gefertigt, vorfabriziert und als nahezu wartungsfrei konzipiert. Heute wird sie offiziell als „am Ende ihres Lebenszyklus“ eingestuft – doch ihre Materialien sind weiterhin intakt. Die Fassade hat nicht versagt, sie ist gealtert.
Die Semesterarbeit von David Albrechtsson, Kristina Meier und Hanna Sevcik, die im Herbstsemester 2025 im Studio Emerson entstanden ist, knüpft genau hier an. Statt Abriss und Ersatz verfolgen die Studierenden einen Ansatz, der Erhaltung, Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit verbindet. Durch sorgfältige Analyse, gezielte Reparaturen, Reanodisierung, erneuerte Fugen und optimierte bauphysikalische Eigenschaften wird die bestehende Fassade für die Anforderungen von heute ertüchtigt.
Diese Arbeit versteht Pflege nicht als nostalgische Geste, sondern als intelligente Ressourcennutzung und als zeitgemässe architektonische Strategie. Der Bestand wird als wertvolle Grundlage betrachtet, die durch verantwortungsvolle Eingriffe an Tiefe und Bedeutung gewinnt.
So entsteht ein Gebäude, das nicht als Relikt der 1970er Jahre fortbesteht, sondern als lebendiges System weiterwächst – mit geringem Ressourcenverbrauch, gestärkter Identität und hoher ökologischer Wirkung.
