In diesem Projekt wird das Potenzial der HC3DP-Technologie für architektonische Anwendungen untersucht, indem transluzente, leichte und wärmeisolierende Bauteile aus recycelten Polymeren entwickelt werden. HC3DP erzeugt durch eine röhrenförmige Extrusion hohle Elemente, die materialeffizient, strukturell leicht und schnell herzustellen sind. Sie eignen sich für Innenwände, Fassadensysteme und Oberlichter. Sie lassen natürliches Licht in Gebäude einfallen, während gleichzeitig räumliche Abgrenzung und visuelle Privatsphäre erhalten bleiben.
Die Forschung verfolgt vier Hauptziele: Skalierbarkeit, Integration in bestehende Bausysteme, architektonische Entwurfsentwicklung und Leistungsbewertung. Im Verlauf des Projekts werden Paneele, Verbindungssysteme und Fertigungsprozesse entwickelt und getestet, um baureife Komponenten zu schaffen, die im HIL-Gebäude zum Einsatz kommen könnten. Die Entwicklung der raumhohen Plattensysteme basiert auf dem Prinzip Design-for-Assembly, während die funktionalen Anforderungen die interne Geometrie der Elemente bestimmen. Anschlüsse und Verbindungsdetails werden durch Nachbearbeitungsverfahren wie das thermische Umformen gelöst, wodurch eine präzise Integration in konventionelle Bauteile möglich wird. Mit diesen Untersuchungen werden zentrale Forschungslücken der HC3DP-Technologie adressiert, insbesondere hinsichtlich der Umsetzung im grossen Massstab, der strukturellen und ökologischen Leistungsfähigkeit sowie des Einsatzes recycelter Polymere in zirkulären Bausystemen.
Das Living Lab HIL dient als Testumgebung, in der HC3DP-Paneele als Trennwände installiert und im Kontext eines genutzten Gebäudes untersucht werden. Der Einbau soll das architektonische Potenzial dieser Technologie zeigen und ihre Transluzenz, Dämmleistung, gestalterische Anpassungsfähigkeit sowie charakteristische Ästhetik hervorheben. Gleichzeitig reagieren die Paneele auf komplexe architektonische Situationen, wie beispielsweise Ecken oder integrierte funktionale Elemente, und zeigen, wie HC3DP die Beziehung zwischen Materialinnovation, Bauverfahren und räumlichem Entwurf erweitern kann.
