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Wahlfach BUK – Konstruieren mit Papier und Karton

Neues Recycling: Wie können Papier und Karton, zwei der grössten Abfallmaterialien am D-ARCH, als neue Baumaterialien eingesetzt werden? In diesem Wahlfach entwickeln Studierende Mockups und testen deren Potenzial im Hinblick auf einen zukünftigen Umbau des HIL.

Architektur – und damit auch das D‑ARCH – erzeugt enorme Mengen an Papierabfall. Dies verdeutlicht die Dringlichkeit eines bewussteren Umgangs mit diesem Rohstoff. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt das Potenzial von Papier als Baumaterial im Innenausbau und hinterfragt dessen Rolle innerhalb bestehender Materialkreisläufe.

Zahlreiche architektonische Experimente haben bereits gezeigt, dass Papier weit mehr ist als ein kurzlebiges Verbrauchsprodukt: Seine strukturellen Eigenschaften, seine Leichtigkeit und seine guten Isolationswerte machen es zu einem überraschend leistungsfähigen Baustoff. Aufbauend auf diesen Qualitäten erforscht das Projekt, wie Papierkonstruktionen im Innenraum des HIL eingesetzt werden können – als flexible, leichte und ressourcenschonende Bauelemente.

Das Bauen mit Papier steht noch ganz am Anfang. Dennoch bietet das Material durch seine nachhaltige Herkunft und seine vollständige Rezyklierbarkeit ein enormes Potenzial. Eine Anwendung im Bauwesen könnte dem Recyclingkreislauf eine neue Bedeutung verleihen und zugleich neue Wege für reversible, leicht austauschbare Innenraumstrukturen eröffnen.

Ziel des Projekts ist es, die konstruktiven, gestalterischen und ökologischen Möglichkeiten von Papier im architektonischen Massstab auszuloten und damit einen Beitrag zu einer verantwortungsvolleren Materialkultur zu leisten.

Zusammenfassung des Workshops

Im Rahmen des Umbaus des HIL-Gebäudes untersuchten Studierende, wie sich Papier und Karton konstruktiv nutzen lassen – und wie die positiven Eigenschaften dieser Materialien gezielt aktiviert werden können.

Die eine Hälfte der Studierenden untersuchte die Eigenschaften von Papier als Rohstoff und entwickelte aus anfallenden Restmaterialien neue Baumaterialien. Entstanden sind akustisch wirksame Platten aus recyceltem Papier sowie ökologische Bauplatten für Raumabtrennungen aus einer Mischung von recyceltem Karton und Ton.

Die andere Hälfte der Studierenden sammelte weitere Kartonabfälle aus dem HIL-Alltag, etwa Plotterrollen, und entwickelte daraus Konstruktionen für temporäre Arbeitsplätze, flexible Raumtrennungen und ein mobiles DIY-Fotostudio.

Erkenntnisse für die Zukunft des HIL

  • Im HIL könnte ein Materiallager für Kartonrollen und weitere wiederverwendbare Objekte aus dem Hochschulalltag entstehen. Bestehende Ansätze wie «La Boîte» könnten dafür weiterentwickelt werden – nicht nur mit Abfällen aus dem Modellbau, sondern auch mit anderen Restmaterialien. So liesse sich die Wegwerfkultur im Architekturstudium und in der Architekturpraxis kritisch hinterfragen.
  • Die Kombination von Karton, Papier und Ton ist vielversprechend. Die Materialien ergänzen sich in ihren Eigenschaften: Ton kann als nachhaltiger Binder dienen, während Zellulosefasern eine verstärkende Funktion übernehmen. Die daraus entstehenden Bauplatten eignen sich für den Leichtbau und für Raumunterteilungen. Dieses ökologische Material sollte in der Materialforschung weiter untersucht werden.
  • Platten aus recyceltem Papier können mit gezielter Porosität und unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten hergestellt werden. Dadurch könnten sie akustisch wirksam sein. Das Material sollte deshalb akustischen Tests unterzogen werden.
  • Im HIL besteht ein Bedarf, Arbeitsbereiche mit temporären und beweglichen Elementen zu unterteilen. Dadurch könnten akustisch und visuell geschützte Arbeitsplätze entstehen. Kartonkonstruktionen könnten dank ihrer Leichtigkeit und weiteren Materialeigenschaften einen wichtigen Beitrag dazu leisten.
  • Die Kapazitäten der Fotostudios sollten erhöht werden. Denkbar sind eine Termin-App, temporäre Fotostudios im HIL, multifunktional nutzbare Räume oder die Mitnutzung externer Fotostudios.

Credits

  • Dozent:in
  • Studierende
    • Adele Galli, Jonas Hostettler, Sascha Rihs, Matti Rufer, Aramis Semadeni, Mika Sens, Rafael Schuler, Mateo von Arx, Lorenz Wieland
  • Gäste und Experten
    • Beat Jäggli, Juan Palencia de Sarria, Daniel Penzis, Sarah Schneider, Achilleas Xydis, Norbert Zambelli