In dieser Master-Arbeit untersucht der Autor Renovierungsstrategien für das HIL-Gebäude der ETH Zürich im Hinblick auf die Netto-Null-Ziele der Institution. Eine Lebenszyklusanalyse (LCA) quantifiziert und vergleicht die betrieblichen Emissionen verschiedener Szenarien: Abriss und Neubau, eine konventionelle Renovierung sowie gezielte kohlenstoffarme Massnahmen. Die Analyse zeigt, dass ein Abriss mit Neubau die höchsten Emissionen verursachen würde, während der zusätzliche Nutzen begrenzt bliebe. Auch eine konventionelle Renovierung ohne grundlegende Änderungen an Systemen oder Materialien führt zu hohen Lebenszyklusemissionen und verfehlt die Klimaziele der ETH für 2050.
Im Gegensatz dazu kann eine strategischere Renovierung, bei der nur vier Komponenten ausgetauscht werden – die Innenwände, die Innenböden, das Heizungssystem und die Photovoltaikmodule –, die Betriebsemissionen um über 80 Prozent und die grauen Emissionen um rund 13 Prozent reduzieren. Zudem kann die biogene Kohlenstoffspeicherung erheblich gesteigert werden, indem biobasierte Materialien mit hohem Kohlenstoffgehalt ausgewählt werden.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung frühzeitiger und gezielter Massnahmen, insbesondere des Austauschs des Gaskessels und der Installation von Photovoltaikmodulen. Zudem wird der ökologische Wert der Wiederverwendung vorhandener Materialien und der Vermeidung unnötiger Abbrucharbeiten betont. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass durch einfache Massnahmen erhebliche Emissionsminderungen erzielt werden können.
