Dieses Projekt stellt ein webbasiertes Design-Tool vor, das einen ganzheitlichen Umgang mit Klang und Akustik in der Architektur fördert. Das Tool «Sound is blue» wird im Rahmen eines laufenden Doktoratsprojekts (2025–2029) entwickelt und es ermöglicht, akustische Aspekte bereits früh in den Entwurfsprozess zu integrieren. Dafür macht es hörbar, welche potenziellen Klänge ein entworfener Raum später erzeugen könnte.
Bei der Konzeption eines Büroraums erlaubt die Plattform beispielsweise, typische akustische Simulationen wie Ray-Tracing oder Image-Source-Methoden durchzuführen und zugleich den akustischen Raum mit kontextualisierten Geräuschen wie Tastaturtippen, lokal verorteten Gesprächen oder Lüftungsgeräuschen zu erleben. Die Arbeit geht von der Hypothese aus, dass das Hören solcher kontextualisierten Klänge bereits in der Konzeptphase architektonische Entscheidungen beeinflusst. Dieses Input-Projekt nutzt die frühe Entwurfsphase des HIL-Gebäudes als Testfeld, um diese Hypothese zu überprüfen.
Um die zentralen Ziele zu erreichen, begleitet die Forschung das HIL-Planungsteam und erstellt präzise akustische Simulationen sowie kontextualisierte Soundscapes für ausgewählte Entwurfsstände. Der Einfluss auf den Entwurfsprozess wird anschliessend systematisch beobachtet und mit qualitativen und quantitativen Methoden ausgewertet. Dazu gehören halbstrukturierte Interviews, Think-Aloud-Protokolle und der Creativity Support Index. Zudem ist das Projekt aktiv in ETH-interne Forschungs- und Lehrformate eingebunden, insbesondere durch die Teilnahme an den D-ARCH Seminarwochen im Herbst 2026 und Herbst 2027 sowie durch monatliche Treffen mit dem HIL-Planungsteam.
