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Geschlossene Wasserkreisläufe im HIL

Dieses Masterprojek untersucht, unter welchen Bedingungen geschlossene Wasserkreisläufe für das HIL-Gebäude sinnvoll und umsetzbar sind.

Grafik zur Wassernutzung im HIL-Gebäude.

Im Rahmen seines Masterprojekts an der ETH Zürich untersucht Leon Adamski, wie das HIL-Gebäude auf dem Hönggerberg seinen Wasserverbrauch deutlich senken und Stoffkreisläufe schliessen kann. Mit einer Kapazität von rund 1’600 Personen und einem jährlichen Wasserverbrauch von etwa 10’000 m³ gehört das Gebäude zu den verbrauchsintensivsten Gebäuden des Campus. Entsprechend gross ist das Potenzial für nachhaltige Optimierungen.

Das Projekt analysiert den aktuellen Wasserverbrauch und entwickelt ein integriertes Konzept, das drei Ziele verfolgt: den Bedarf an Trinkwasser zu reduzieren, die Abwassermenge zu verringern und die Nährstoffbelastung des lokalen Abwassersystems zu senken. Auf Basis von Gebäudedaten, Literaturwerten und einer systematischen Technologieauswahl entsteht ein Massnahmenpaket, das verschiedene Ansätze kombiniert.

Das empfohlene Konzept umfasst wassersparende Armaturen, die Nutzung von Regenwasser für WC-Spülungen und die Bewässerung sowie eine vollständige Urintrennung. Der gesammelte Urin wird extern über ein Nitrifikations-Destillationsverfahren zu einem hochwertigen Dünger weiterverarbeitet. Der restliche Abwasserstrom wird im Gebäude mittels Vermifiltration, einer naturbasierten Filtertechnik, vorbehandelt.

Insgesamt könnte das HIL damit seinen Trinkwasserbedarf um rund 75 %, die Abwassermenge um 42 % und die Nährstoffeinträge in das Campus-Abwassersystem um bis zu 78 % reduzieren. Die Studie zeigt: Gebäudebasierte Wasserkreisläufe sind technisch umsetzbar und bieten grosses Potenzial für die Weiterentwicklung des HIL zum «Living Lab» für nachhaltige Gebäudetechnik.

Dezentrale Wasser- und Abwassersysteme werden häufig dort eingesetzt, wo keine zentrale Infrastruktur vorhanden ist oder diese an ihre Grenzen stösst. Doch auch in urbanen Gebäuden kommen solche Technologien zunehmend zum Einsatz, um den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und die bestehende Infrastruktur zu entlasten.