Das Input-Projekt «Ecologising HIL» erforscht, wie lokale Materialkreisläufe enger mit Architektur und Produktion verknüpft werden können. Es baut auf Forschungsarbeiten der Professur für Architektur und Ressourcen in alpinen Regionen auf. Dort ermöglichen überschaubare Materialflüsse und lokale Netzwerke neue Produktionsmodelle. Im Living Lab HIL werden diese Ansätze auf einen urbanen Kontext übertragen.
Im Zentrum des Projekts stehen Erde und Gestein als Baumaterialien sowie Materialflüsse, die durch natürliche und menschliche Prozesse entstehen. Im alpinen Kontext umfasst dies Material, das durch Erosion und Erdrutsche bewegt wird. Beim HIL bildet das Aushubmaterial von Baustellen der ETH Zürich das urbane Gegenstück. Anstatt diese Materialien als Abfall zu betrachten, der abtransportiert oder entsorgt werden muss, versteht das Projekt sie als lokale Ressourcen für das Bauen. Es werden ihre Zusammensetzung, ihre Variabilität und ihre Eignung für unterschiedliche Bauweisen sowie Möglichkeiten der lokalen Aufbereitung untersucht.
Ab Herbst 2026 werden diese Fragestellungen auch in einem Entwurfsstudio erörtert. In 1:1-Experimenten testen die Studierenden unterschiedliche Kombinationen von Erde und Gestein und entwickeln darauf basierende Konstruktionssysteme. Ziel ist es, die Materialien mit möglichst wenig Aufbereitung und Trennung einzusetzen und gleichzeitig die Potenziale und Grenzen eines ortsspezifischen, zirkulären Bauens auszuloten.
