Architektur steht an einem Wendepunkt: Viele Gebäude und Systeme passen nicht mehr zu einer Welt, die sich ständig verändert. Dieses Studio fragt deshalb, wie Architektur nicht als fertiges Objekt, sondern als dauerhaft anpassbares System gedacht werden kann. Das HIL dient uns dabei als reales Labor.
Wir sehen Gebäude als Strukturen, die über Jahrzehnte unterschiedlich genutzt und verändert werden. Anstatt sie nur zu renovieren oder abzureissen, untersuchen wir, wie sie lernen, sich weiterentwickeln und neue Formen von Arbeit, Lehre und Austausch aufnehmen können. Beispiele wie die Hagia Sophia, der Eiffelturm oder die ehemaligen Hönggerberg-Pavillons zeigen, dass Architektur überlebt, wenn sie flexibel bleibt.
Aus dieser Perspektive verstehen wir das HIL als Zwischenzustand: weder abgeschlossen noch festgelegt. Ein Ort, an dem Materialien, Nutzungen und Ideen zirkulieren — wie in einer Werkstatt, einem Labor oder einem offenen Campusraum. Studierende sollen erkunden, wie das HIL neu organisiert, geöffnet oder ergänzt werden kann, ohne seine vorhandene Substanz zu verlieren.
Das Studio arbeitet forschungsbasiert und experimentell. In der ersten Phase analysiert ihr das HIL: seine Konstruktion, Atmosphären, Wege, Programme, Materialkreisläufe und verborgenen Potenziale. In der zweiten Phase entwickelt ihr eigene Strategien: Von kleinen Eingriffen bis zu neuen räumlichen Logiken, die zeigen, wie Architektur auf Veränderung reagieren kann.
Die Projekte können kurzlebig oder dauerhaft sein, lokal oder systemisch — wichtig ist, dass sie eine eigene Haltung entwickeln und zeigen, wie Architektur im Zeitalter des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und des ständigen Wandels neu gedacht werden kann.