Wo liegt die transformative Kraft eines Gebäudes? Das Projekt HIL Lab for Living untersucht das HIL nicht nur als Sanierungsfall, sondern als Möglichkeitsraum. Gemeinsam mit dem ETH Wohnforum wird erforscht, wie das HIL zu einem Labor für Wohnen und Arbeiten werden kann. Die anstehende Erneuerung – bei laufendem Betrieb – wird als Chance verstanden, technische Anforderungen mit Fragen der Zukunftsfähigkeit, Gemeinschaft und Teilhabe zu verbinden.
Der Ansatz des HIL Lab for Living setzt auf experimentelles Arbeiten vor Ort, Reuse und Erhalt des Bestands, sowie auf eine Sanierung ohne Verdrängung. Zugleich öffnet er den Blick für gesellschaftliche Themen: Wohnungsnot, steigende Studiengebühren und eine gefährdete Willkommenskultur an der ETH. Durch die mögliche temporäre Wohnnutzung des HIL wird das Verhältnis von Lernen, Wohnen und sozialer Unterstützung neu verhandelt.
Der Kontext des HIL wird dabei politisch gelesen: vom Globus-Provisorium und den Debatten um Mitbestimmung in den 1960er-Jahren bis zu aktuellen Fragen sozialer Gerechtigkeit. Die Entwicklung des Projekts erfolgt als durchgehende Erzählung, die Analyse, Narrativ und architektonische Interventionen verbindet. Ziel ist es, das HIL als Ort zu denken, der soziale Beziehungen stärkt und ein Right to Housing architektonisch erprobt – ein Gebäude als aktiver Akteur gesellschaftlicher Transformation.