Das Masterthesis‑Studio von NEWROPE versteht die anstehende Transformation des HIL als Anlass, die Architekturschule grundlegend neu zu denken. Lernen wird dabei nicht auf Unterrichtsräume beschränkt, sondern als vielschichtiges Gefüge betrachtet, das Bibliotheken, Cafeterien, Stadträume, Gärten und informelle Orte ebenso umfasst wie klassische Lehrsituationen. Das Studio untersucht, wie diese verschiedenen Lernumgebungen miteinander verbunden werden können und welche räumlichen, sozialen und urbanen Bedingungen eine zeitgemässe Architekturausbildung benötigt.
In einem ersten Schritt werden historische und zeitgenössische «Radical Pedagogies» analysiert und die Erfahrungen aus ONA als 1:1‑Versuchsfeld herangezogen. ONA dient dabei als Beispiel für eine selbstorganisierte, offene und kollektive Lernumgebung, deren räumliche und organisatorische Offenheit neue pädagogische Möglichkeiten erschlossen hat. Gleichzeitig wird das umliegende Stadtgefüge – vom Hönggerberg über Oerlikon bis hin zu Orten in Tirana – als erweitertes Lernfeld betrachtet, in dem urbane Räume zu potenziellen Lehr‑ und Forschungsorten werden.
Darauf aufbauend entwickelt das Studio räumliche Interventionen und prototypische Formate, die Lernen als aktiven Prozess zwischen Disziplinen, Nutzenden und Orten verstehen. Die Arbeit erfolgt in einem iterativen Prozess aus Analyse, Dialog und 1:1‑Experiment. Die «Rooms of Entanglement» bieten dabei Momente kollektiver Reflexion, in denen Projekte beider Chairs in Beziehung gesetzt und als Teil eines grösseren Lernökosystems diskutiert werden.