Eine fürsorgliche Universität ist die Grundlage für inklusives Lernen. Die Architektur vieler Hochschulen orientiert sich jedoch stark an Effizienz und übersieht dabei oft die räumlichen Voraussetzungen, die Fürsorge ermöglichen. Besonders Menschen, die nicht der Norm entsprechen – etwa Eltern (insbesondere Mütter), Menschen mit Behinderungen, neurodivergente, gender-nonkonforme oder rassifizierte Personen – stossen im Alltag auf Hürden: beim Zugang, in der Nutzung von Räumen oder in der Frage, wer sichtbar ist und mitgedacht wird. Der Care-Ansatz macht solche Ausschlüsse sichtbar und eröffnet Raum für neue Perspektiven, Lernformen und institutionelle Kulturen.
Das Masterstudio CARE CORE nutzt das HIL im Kontext des Living Lab als Ausgangspunkt, um Fürsorge stärker ins Zentrum der Universität zu rücken. Ziel ist ein erweiterter räumlicher Kern, der Bewegung, Aufenthalt und Inklusion verbindet. Entstehen sollen Räume zum Ausruhen, Austauschen, Stillen, Zurückziehen oder Feiern – verstanden als selbstverständliche Praktiken von Unterstützung, Gemeinschaft und Lebensqualität. Gleichzeitig wird Materialität als Teil eines sozialen und ökologischen Gefüges gedacht: Wiederverwendung, Pflege und Unterhalt sowie deren Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Arbeit werden zu wichtigen Entwurfsgrundlagen.