Das HIL wurde nie als Architekturschule gedacht: Als die ETH die Studierenden in den 1970ern aus dem Zentrum verbannte, entstand ein Gebäude, das wenig von den Ambitionen der Schule erzählt. Im Gegensatz zu visionären Beispielen wie der FAU von Vilanova Artigas oder Gund Hall von John Andrews steht das HIL für ein zufälliges, labyrinthisches Provisorium, das heute weder räumlich noch atmosphärisch überzeugt.
Das Diplomsemester untersucht, wie das HIL zu einer tragfähigen, einladenden und nachhaltigen Basis des Departements werden kann. Da Erweiterung kaum zur Verbesserung führt, liegt der Fokus auf einer Konzentration und Neuordnung des Bestehenden: heller, klarer, flexibler. Ergänzend werden Orte dezentraler Bildung wie Anna Halprins Dance Deck oder Hirschhorns Gramsci Monument analysiert, die zeigen, wie Lernen offen, beweglich und kontextbezogen funktionieren kann. Aus dieser Verbindung von Zentrum und Peripherie entsteht die Vision einer Architekturschule für das 21. Jahrhundert – zugleich verankert und ausgreifend.
In Zusammenarbeit mit Newrope werden in «rooms of entanglement» Inhalte, Prozesse und Orte neu verschränkt. Die Vorbereitung umfasst das Studium alternativer Lernorte, Glossare des Lernens sowie ein Atlas des HIL und möglicher externer Lernzellen. In der Entwurfsphase entwickeln Studierende Projekte, die neue Programme und Lernformen räumlich übersetzen.