Ausgangspunkt ist ein abstraktes Rechteck: ein Perimeter, innerhalb dessen 70.000 m² neu gebaut werden können. Das bestehende HIL wird nicht ersetzt, sondern zum sekundären Körper, der künftig vom Klima des neuen Gebäudes geschützt wird. Die Erweiterung wird so zum Modell einer Zukunftsökonomie: Architektur als langfristige, widerstandsfähige Konstruktion, deren ökologische Intelligenz im Horizont des Unvorhersehbaren liegt.
Dieses Denken fordert einen radikalen Umgang mit Zeit: Bauen und Zurück‑Bauen geschehen gleichzeitig. Nicht Optimierung oder Erhalt, sondern ein permanenter Prozess, ein architektonisches Perpetuum mobile, in dem Veränderung nicht Störung, sondern Prinzip ist. Zwei „ewige“ Krane symbolisieren diese Dynamik – Zukunft als fortlaufender Zustand.
Methodisch folgt das Studio einer „Research by Design“-Logik: Hypothesen und Narrative entstehen früh und strukturieren den gesamten Prozess. Forschung wird operativ verstanden – sie bestimmt Programm, Konstruktion, Ökologie und Ökonomie und erzeugt Szenarien, aus denen Entwurfsentscheidungen hervorgehen. In der Vorbereitungsphase werden Varianten gemeinsam entwickelt; im Entwurf arbeitet jede:r individuell weiter, wobei das bestehende HIL zum offenen Interpretationsraum wird.
Der Ansatz knüpft an das 3,33%–33,3%–333%-Denken der Professur an: Intervention, Übertreibung und Spekulation erzeugen unerwartete Chancen. Nach Erfahrungen in Charleroi und Zürich richtet sich diese Haltung nun auf das HIL – als Ort maximaler Transformation, an dem Architektur neu gedacht wird: nichts weniger, nichts mehr.