Bei der Sanierung und Instandhaltung bestehender Gebäude fehlen häufig verlässliche Informationen über die verbauten Materialien, Produkte und Bauteile. Dieses Wissen ist jedoch entscheidend, wenn bestehende Elemente erhalten, wiederverwendet oder einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen. Digitale Gebäude- und Produktpässe können diese Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg zugänglich machen und fundierte Entscheidungen über Wiederverwendung und Zirkularität unterstützen.
Das Projekt entwickelt den Prototyp eines «Dynamic Digital Passport Explorer», der Building Information Models (BIM) mit detaillierten Datenbanken zu einzelnen Bauteilen verknüpft. Die Informationen werden dabei nicht als statisches Inventar verstanden. Vielmehr soll das System unterschiedliche Arten und Ebenen digitaler Pässe dynamisch miteinander verbinden und Veränderungen über die Zeit dokumentieren.
So lässt sich das Zirkularitätspotenzial einzelner Bauteile und Gebäudesysteme bewerten und ihr Weg durch Instandhaltung, Sanierung, selektiven Rückbau und Wiederverwendung nachverfolgen. Ein digitales Gebäudelogbuch dokumentiert die Historie der einzelnen Elemente und trägt dazu bei, dass die zugehörigen Informationen mit dem jeweiligen Bauteil und seinen Gebäuden verknüpft bleiben – auch wenn sich sein Kontext verändert.
Das HIL dient als realer Anwendungsfall, um den Prototyp anhand ausgewählter Gebäudeteile zu entwickeln und zu testen. Das Projekt untersucht, wie ein digitales Passsystem zu einem umfassenderen Verständnis des Bestands beitragen und Entscheidungen für eine nachhaltige Transformation des HIL unterstützen kann.
Die Datenübergabe ist für September 2026 vorgesehen. Anfang 2027 folgen Nutzertests, 2028 die Abstimmung mit den Meilensteinen von SWIRCULAR, dem Swiss Circular Construction Digital Ecosystem.
