Dieses Forschungsprojekt hat zum Ziel, die akustische Umgebung des HIL-Gebäudes durch eine umfassende Reihe raumakustischer Messungen und Schallfeldaufnahmen zu dokumentieren und zu analysieren. Die Messungen werden in unterschiedlichen Räumen durchgeführt – darunter Sitzungszimmer, Hörsäle, Korridore, Werkstätten und Büros – um deren aktuelle akustische Bedingungen hinsichtlich Nachhalls, Schalldämmung und allgemeiner Hörqualität zu dokumentieren.
Parallel dazu werden immersive Schallfeldaufnahmen die alltäglichen Klanglandschaften dieser Räume zu verschiedenen Tageszeiten und während unterschiedlicher Phasen des akademischen Jahres erfassen, etwa während des Semesters, in den Ferien oder am Abend. Diese zeitliche und räumliche Vielfalt ermöglicht den Aufbau eines detaillierten akustischen Archivs, das die dynamische akustische Identität des Gebäudes widerspiegelt.
Über die Funktion eines klassischen Archivs hinaus, das den aktuellen akustischen Zustand des Gebäudes bewahrt, wird der entstehende Datensatz ein wertvolles Instrument für die kommende Renovationsphase sein. Das akustische Archiv kann Planungs- und Gestaltungsentscheidungen unterstützen, indem es konkrete Beispiele für gewünschte und unerwünschte akustische Bedingungen liefert. Dadurch können Planerinnen und Planer besser verstehen, wie räumliche und materielle Veränderungen die akustische Wahrnehmung und den Komfort beeinflussen.
Das Projekt ist zudem in die Lehre integriert. Während einer Seminarwoche werden Studierende in Methoden der akustischen Messung und der Klanglandschaftsaufzeichnung eingeführt. Gleichzeitig ermöglichen Fokusarbeiten eine vertiefte Untersuchung spezifischer Räume oder akustischer Phänomene innerhalb des HIL.
Letztlich schlägt das Projekt eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Messung und wahrnehmungsbezogener Erfahrung. Es schafft einen Rahmen für evidenzbasierte akustische Gestaltung und trägt zu einem fundierteren und sensibleren Renovationsprozess bei.
