Gebäude werden üblicherweise mit Zeichnungen, Fotografien und Plänen dokumentiert. Doch wie klingt ein Gebäude eigentlich? Zwei Input-Projekte befassen sich mit den akustischen Qualitäten des HIL: «Acoustical Archive» dokumentiert den heutigen Klang vor der Sanierung, während «HIL Future Soundscapes» ein webbasiertes Akustik-Design-Tool entwickelt, mit dem sich Klang bereits früh in den Architekturentwurf integrieren lässt.
Akustisches Archiv
Das von Achilleas Xydis geleitete Input-Projekt «Acoustical Archive» dokumentiert im Rahmen des Living Lab HIL das akustische Erbe des Gebäudes vor der bevorstehenden Sanierung. Dafür kommen in Hörsälen, Büros, Korridoren und Werkstätten zwei sich ergänzende Messmethoden zum Einsatz.
Impulsantwortmessungen erfassen die objektiven akustischen Eigenschaften eines Raums. Sie geben unter anderem Aufschluss über Nachhallzeit, Klarheit und Sprachübertragungsindex.
Ambisonic-Aufnahmen halten die alltägliche Klanglandschaft der Räume zu verschiedenen Tageszeiten und im Verlauf des akademischen Jahres fest. Kombiniert mit 360°-Videoaufnahmen bewahren sie die Atmosphäre jedes Moments als immersive und interaktiv erkundbare Erinnerung.
Die erhobenen Daten bilden ein detailliertes akustisches Archiv, das die dynamische klangliche Identität des Gebäudes dokumentiert. Die Raumakustik beeinflusst, wie wir uns konzentrieren, miteinander kommunizieren und einen Raum wahrnehmen – oft ohne dass wir die zusätzliche kognitive Belastung bemerken, die ungünstige akustische Bedingungen verursachen.
Mit Blick auf die Sanierung des HIL bewahrt das Archiv eine Dimension der Gebäudeidentität, die sich mit Plänen und Fotografien allein nicht erfassen lässt. Zugleich stellt es den Planenden konkrete akustische Referenzen zur Verfügung – sowohl erwünschte als auch unerwünschte –, die in zukünftige Entwurfsentscheidungen einfliessen können.