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Fassade öffnen, Gläser ertüchtigen

Diese Woche haben wir die hermetische Hülle des HIL geöffnet, um auf Ebene C eine temporäre Tür für den Makerspace einzubauen.

Was auf den ersten Blick wie eine einfache Öffnung erscheint, ist Teil einer grösseren Transformation. Zwei historische Glaspaneele wurden sorgfältig ausgebaut, werden nun ertüchtigt und Ende Jahr als Schiebetür wieder eingebaut.

Glas weiterdenken

Eine Besonderheit liegt dabei in der Ertüchtigung der bestehenden Verglasung. Die rund 50 Jahre alte 2-fach-Verglasung entspricht hinsichtlich Wärmeschutz und Sicherheit nicht mehr den heutigen Normen. Fassaden dieses Alters werden deshalb in der Regel vollständig ersetzt. Beim Re-Use von Glas werden die bestehenden Scheiben üblicherweise geschreddert und gemeinsam mit anderen Glassorten für die Herstellung neuer Scheiben verwendet.

In unserem Pilotprojekt verfolgen wir einen anderen Ansatz: Die bestehenden Scheiben werden sorgfältig ausgebaut, gereinigt, mit einer dünnen VSG-Schicht verstärkt und zusammen mit einer neuen, dünnen Scheibe zu einer 3-fach-Verglasung weiterverarbeitet. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der technischen Machbarkeit und insbesondere nach dem energetischen Potenzial dieses Verfahrens. Aufgrund des hohen logistischen Aufwands und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden vergleichbare Ansätze bislang kaum verfolgt.

Die Fassade transformieren

Die Fassade, ihre Ertüchtigung und die Frage, wie und wo sie geöffnet werden kann, sind zentrale Themen in der laufenden Weiterentwicklung des HIL. Wir untersuchen ihr Potenzial anhand verschiedener Input-Projekte und ergänzen diese durch Untersuchungen, die wir als Planungsteam selbst initiieren. Gemeinsam helfen uns diese Studien zu verstehen, wie die bestehende Fassade an neue Bedürfnisse angepasst werden kann und gleichzeitig ihre architektonischen und materiellen Qualitäten bewahrt und weiterentwickelt werden können.

Dieser Eingriff ist deshalb mehr als eine rein praktische Massnahme. Er ist Teil eines fortlaufenden Prozesses des Testens, Lernens und Transformierens des Bestands – und ebnet den Weg für eine dauerhafte Veränderung.